Mit dem Flow 2 will Narwal nicht lediglich den leistungsstärksten Saugroboter auf dem Markt anbieten, sondern auch das intelligenteste Modell mit integrierter KI. Wir haben ihn einen Monat lang getestet – hier ist unser Urteil.
Die Marke Narwal möchte sich als einer der führenden Anbieter im Bereich Saugroboter etablieren. Nachdem uns der Flow im Jahr 2025 bereits stark überzeugt hatte, legt der chinesische Hersteller nun mit einem zweiten Modell nach. Das Grundrezept bleibt erhalten, wurde aber deutlich weiterentwickelt.
Der Flow 2 ist ein automatisierter Staubsaugerroboter, der mit künstlicher Intelligenz punkten will. Die KI soll nicht nur die Reinigung verbessern, sondern auch eine präzisere Orientierung im Raum und eine detaillierte Analyse herumliegender Gegenstände ermöglichen. Dank der eingebauten Kamera kommt zudem ein spielerischer Aspekt hinzu. Unser Test.
Preis und Verfügbarkeit
Der Narwal Flow 2 ist bereits auf der Narwal-Website sowie bei Partnerhändlern erhältlich. Die Standardausführung kostet 1299 Euro, die kompakte Version 1499 Euro. Damit positioniert sich das Gerät eindeutig im absoluten Premiumsegment.
Das bietet der Narwal Flow 2
Während der Narwal Flow mit seinem gedrungenen und für diese Produktkategorie ungewöhnlichen Design auffiel, tritt der Flow 2 zurückhaltender auf. Der Roboter ist als Scheibe mit 35 Zentimetern Durchmesser gestaltet und parkt in einer 55 Zentimeter hohen Station. Dieses Design benötigt zugegebenermaßen einiges an Platz in der Wohnung. Besonders gelungen finden wir die hochwertige Verarbeitung, vor allem die beinahe spiegelnde Oberfläche der Frontabdeckung. Die schwarze Farbgebung hat allerdings einen Nachteil: Staub ist darauf schnell sichtbar.
In der Basisstation befinden sich zwei leicht herausnehmbare Wasserbehälter für Frisch- und Schmutzwasser. Das erleichtert deren Reinigung, ist für die allgemeine Wartung jedoch etwas weniger praktisch. Der Staubbeutel und der Reinigungsmittelbehälter sitzen nämlich darunter. Das ist kein gravierendes Problem, aber eine leichter zugängliche Lösung wäre wünschenswert gewesen.
Der entscheidende Unterschied zur Konkurrenz steckt im Roboter selbst. Zunächst verfügt er über einen Wischaufsatz in Form einer auf Ketten montierten Walze – ein derzeit einzigartiges Konzept auf dem Markt. Der Vorteil liegt in der Reinigungsleistung: Eingetrocknete oder fest haftende Verschmutzungen lassen sich damit besser beseitigen. Bei hartnäckigen Flecken auf Fliesen, etwa von Sirup oder Ketchup, hat sich das System im Test bewährt. Für die Pflege lässt sich das Tuch unkompliziert abnehmen. Das Wasser wird auf 60 Grad erhitzt, die Walze bei 100 Grad gereinigt. So soll sie bei jedem Einsatz sauber sein. Der Saugroboter erreicht zudem eine maximale Saugleistung von 31.000 Pa, was ausgesprochen viel ist.
Die zweite Innovation betrifft die verbaute Technik. An der Vorderseite besitzt der Flow 2 zwei Kameras, die ihm ein Sichtfeld von mehr als 130 Grad verschaffen, ergänzt durch zwei Sensoren auf der Rückseite. Hinzu kommt die integrierte KI, die Gegenstände auf seinem Weg erkennen kann. Der Roboter weiß dadurch, was sich vor ihm befindet, und kann unterscheiden, ob etwas nur herumliegt oder dauerhaft dort steht, etwa eine Pflanze. Nutzer sehen dies unmittelbar in der App, welche die Wohnumgebung dreidimensional abbildet. In unserem Fall zeigte die Anwendung beispielsweise herumliegendes Kinderspielzeug an: Der Flow hatte es erkannt und gemeldet.
Der Flow 2 ist mit dem Internet verbunden. Gegenstände, die seine KI nicht identifizieren kann, werden zur Auswertung und zum Lernen an einen externen Server übertragen. Dieses System soll effizient sein, überzeugt uns aus offensichtlichen Datenschutzgründen aber nicht vollständig. Immerhin lässt sich diese Option deaktivieren.
Die KI hilft dem Flow 2 außerdem dabei, sich besser an seine Umgebung anzupassen – insbesondere an Kinder und Haustiere. Konkretes Beispiel: In einem Babyzimmer fährt der Saugroboter langsamer als in anderen Räumen, damit er weder alles umstößt noch den kleinen Schläfer weckt. Rund um den Schlafplatz einer Katze legt er dagegen ein höheres Tempo vor, um möglichst viele Haare zu entfernen. Während unseres einmonatigen Tests konnten wir die Wirksamkeit dieses Systems feststellen.
Unsere Erfahrungen mit dem Narwal Flow 2
Der Narwal Flow 2 gehört ohne Frage zu den besten Saugrobotern, die wir bei Presse-citron bisher testen konnten. Bei uns lief ein klassisches Programm: täglich saugen und zweimal pro Woche auf 50 Quadratmetern wischen. Diese Aufgabe erledigte er mit Bravour. Selbst hartnäckige Spuren stellten kein Problem dar. Uns überzeugen nicht nur seine Reinigungsergebnisse, sondern ebenso die Akkulaufzeit, die bei Bedarf Flächen von 300 m² ermöglicht. Auch die Wartung bleibt überschaubar: In einem Monat mussten wir den Staubbeutel kein einziges Mal leeren und den Schmutzwassertank nur zweimal.
Die integrierte künstliche Intelligenz sorgt für ein beruhigendes Gefühl, da der Flow 2 Objekte erkennt und zuordnet. Ein von uns verlegtes Spielzeug fand er beispielsweise unter einem Möbelstück wieder, was wir in der App nachvollziehen konnten. Darüber hinaus erlauben die eingebauten Kameras, die Reinigung live zu verfolgen – und noch mehr. Der Roboter lässt sich aus der Ferne steuern, wobei das Smartphone-Display zum Controller wird. Man kann sogar mit dem Haustier sprechen und mit ihm spielen; damit übernimmt er auch die Rolle eines Katzensitters. Eine weitere unterhaltsame Funktion ist die Tiersuche: Auf Befehl macht sich der Flow 2 auf die Suche nach der Katze – ideal, wenn sich der kleine Racker unter einem Möbelstück versteckt.
Bei der Navigation schlägt sich der Flow 2 ausgezeichnet, auch wenn er keine Wunder vollbringt. Er kommt problemlos auf Teppiche, selbst auf besonders dicke Modelle, und kann dort seine Arbeit fortsetzen.
Kleine Stufen von einigen Zentimetern bewältigt er dagegen nicht, obwohl er es beharrlich versucht. Wer wie wir in einem verwinkelten Altbau lebt, dürfte das etwas störend finden. Zu seiner Verteidigung: Kein Saugroboter auf dem Markt schafft das.
Soll man ihn kaufen?
Der Flow 2 ist ein ausgesprochen leistungsfähiger Saugroboter. Er arbeitet effektiv beim Saugen und Wischen, bei der Wartung sowie bei der räumlichen Erkennung. Vor allem seine KI-Nutzung macht ihn überzeugend. Im Test konnte das System seinen Nutzen klar unter Beweis stellen. Herumliegende Kabel bereiteten uns keine Sorgen mehr: Anders als viele Konkurrenzmodelle erkennt er sie und fährt vorsichtig daran vorbei. Zusätzlich punktet er mit seiner spielerischen Seite, denn aus der Ferne lässt sich sehen, was der Roboter gerade sieht.
Der Narwal Flow 2 richtet sich in erster Linie an Menschen, die bei einem Saugroboter das Maximum wollen und bereit sind, für ein leistungsstarkes Produkt tief in die Tasche zu greifen. Eine gelungene Umsetzung.
Narwal Flow 2
1499 Euro
Gesamtnote
9.0/10
Das gefällt uns
- Extrem effektiv beim Saugen und Wischen
- Einfache Wartung
- Erkennt seine Umgebung zuverlässig
- Hohe Saugleistung
- Unterhaltsame Kamerafunktionen
Das gefällt uns weniger
- Staubbeutel unter dem Wassertank
- Datenschutzfrage
- Teuer
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