Ein Badablauf kann einen kanalähnlichen Geruch entwickeln, obwohl die Abwasserleitung keinen Defekt aufweist. Haare, Seifenreste, Hautfett und organische Partikel lagern sich an den Innenwänden des Ablaufs und des Siphons ab. Daraus entsteht ein Belag, der Schmutz bindet und unangenehme Gerüche begünstigt. Natron und heißes Wasser können bei der Entfernung dieser Rückstände helfen – allerdings gibt es einen wichtigen Punkt: Bei PVC-Rohren sollte kein kochendes Wasser verwendet werden.
Warum riecht der Badablauf unangenehm?
Beim Duschen gelangen Haare, Seife, Hautschüppchen und Hautfett mit dem Wasser in den Abfluss. Ein Teil davon bleibt am Rost, in Rohrbögen und im Siphon zurück. Mit der Zeit bildet sich eine Rückstandsschicht, die Gerüche verursachen und zugleich den Wasserabfluss verlangsamen kann.
Liegt die Ursache in solchen oberflächlichen Ablagerungen, lässt sich der Geruch durch das Reinigen des Ablaufs oft deutlich mindern. Angesammelte Haare sollten jedoch von Hand oder mit einem geeigneten Werkzeug entfernt werden, denn Natron löst größere Haarbüschel nicht auf. Hausmittel können bei leichten Verstopfungen unterstützen, ersetzen aber nicht die mechanische Beseitigung einer stärkeren Blockade.
- Sichtbare Haare und Rückstände vom Rost entfernen;
- erreichbaren Schmutz am Ablaufzugang beseitigen;
- Natron verwenden, um anhaftende Rückstände leichter zu lösen;
- zum Schluss heißes, aber bei PVC-Rohren nicht kochendes Wasser nachgießen.
Badablauf mit Natron und heißem Wasser reinigen
Sobald die Haare entfernt sind, eine kleine Menge Natron in den Ablauf geben und zunächst auf den verschmutzten Bereich einwirken lassen. Anschließend mit heißem Wasser nachspülen. Es soll helfen, Ablagerungen zu lösen und den Schmutz durch die Leitung zu spülen – nicht jedoch eine fest verdichtete Verstopfung eigenständig auflösen. Auch Produkte für Sanitärinstallationen nennen Natron mit anschließendem heißem Wasser bei bestimmten Abläufen als Wartungsmaßnahme gegen Gerüche.
Weshalb sollte man kein kochendes Wasser hineingießen?
Besonders bei PVC-Installationen ist die Temperatur entscheidend. Entwässerungssysteme aus diesem Material können – abhängig von der jeweiligen Rohrspecifikation – eine maximale Betriebstemperatur von etwa 60 °C haben. Wasser direkt nach dem Kochen erreicht hingegen nahezu 100 °C und überschreitet diesen Wert.
Sicherer ist daher heißes statt siedendes Wasser, vor allem wenn Alter oder Material der Rohre nicht bekannt sind. Die Reinigung zu Hause sollte außerdem unkompliziert bleiben: Verschiedene chemische Mittel dürfen nicht im Rohr miteinander vermischt werden.
- Nach dem Aufkochen warten, bis das Wasser etwas abgekühlt ist;
- PVC-Rohre nicht wiederholt mit Wasser von ungefähr 100 °C belasten;
- chemische Rohrreiniger nicht mit anderen Mischungen kombinieren;
- bei stehendem Wasser zunächst die Haarverstopfung entfernen.
Darf Ätznatron in der Leitung verwendet werden?
Ätznatron, auch Natriumhydroxid genannt, erfordert deutlich größere Vorsicht. Der Stoff kann schwere Verätzungen an Haut und Augen verursachen und setzt beim Kontakt mit Wasser viel Wärme frei. PVC ist zwar gegenüber unterschiedlichen Konzentrationen von Natriumhydroxid chemisch beständig, doch der unsachgemäße Gebrauch ätzender Rohrreiniger im Haushalt bringt Risiken mit sich, die bei einer einfachen mechanischen Reinigung nicht bestehen.
- Ätznatron niemals mit anderen Reinigungsmitteln vermischen;
- den Kontakt des Stoffes mit Haut und Augen vermeiden;
- die Menge nicht erhöhen, um die Verstopfung vermeintlich schneller zu lösen;
- bei einer anhaltenden Verstopfung oder zurücklaufendem Wasser eine Fachkraft hinzuziehen.
Was tun, wenn der Geruch nach der Reinigung bleibt?
Auch ein vollständig sauberer Ablauf kann nach Abwasser riechen, wenn der Siphon ausgetrocknet ist. Das Wasser im Siphonbogen bildet eine physische Barriere gegen Gase aus der Abwasserleitung. Bleiben Bad, Gäste-WC oder Bodenablauf lange ungenutzt, kann dieses Wasser verdunsten und den Gerüchen den Weg zurück in den Raum öffnen.
In diesem Fall ist Natron nicht erforderlich: Es genügt, Wasser in den Ablauf zu geben, um den Geruchsverschluss wiederherzustellen. Tritt der Geruch trotz gefülltem Siphon und gereinigtem Ablauf rasch erneut auf, können eine Undichtigkeit, die Entlüftung oder ein anderes Problem der Sanitärinstallation die Ursache sein. Dann ist eine Überprüfung der Rohrleitungen sinnvoller, als weiterhin Mittel in den Ablauf zu geben.
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