Wenn die Temperaturen sinken, reicht es nicht aus, das Freizeitfahrzeug einfach abzustellen. Mit wenigen unkomplizierten Maßnahmen lassen sich unangenehme Überraschungen vermeiden, sobald die warme Jahreszeit zurückkehrt.
Ein Wohnmobil, Campingbus oder Wohnwagen, das mehrere Wochen ohne Vorbereitung steht, kann durch Frost, Feuchtigkeit und Stillstand Schaden nehmen. Häufig werden die Folgen erst später sichtbar: Ausgetrocknete Dichtungen, eine geschwächte Batterie oder gerissene Leitungen machen sich mitunter erst bei der ersten Fahrt im Frühjahr bemerkbar. Die Überwinterung muss keinen ganzen Tag beanspruchen, sollte aber systematisch erfolgen.
Den Wasserkreislauf vollständig entleeren
Sobald das Fahrzeug in einer frostgefährdeten Region abgestellt wird, hat diese Maßnahme oberste Priorität. Gefrierendes Wasser dehnt sich aus. In einem kleinen System aus Schläuchen, Anschlüssen, Armaturen, Pumpe und gegebenenfalls Boiler kann der dadurch entstehende Druck teure Risse verursachen.
„Ein nahezu leerer Tank reicht nicht aus: Auch Leitungen, Pumpe, Armaturen und Boiler müssen entleert werden.“
Entleeren Sie zuerst den Frischwasser- und den Abwassertank an einer dafür zugelassenen Stelle. Öffnen Sie danach sämtliche Wasserhähne sowohl auf Kalt- als auch auf Warmwasser. So kann das in den Leitungen verbliebene Wasser abfließen. Denken Sie ebenfalls an eine Außendusche, falls Ihr Fahrzeug damit ausgestattet ist.
Der Boiler verdient besondere Aufmerksamkeit. Beachten Sie vor dem Öffnen oder Entleeren stets die Herstellerhinweise. Manche Geräte verfügen über ein Sicherheitsventil oder eine eigene Entleerungsvorrichtung. Schalten Sie einen Wassererhitzer niemals ein, solange sein Tank nicht gefüllt ist.
Auch kleine Wasserreste beachten
In den Siphons von Spüle und Dusche bleibt oft eine geringe Wassermenge zurück. Während der Nutzung verhindert sie unangenehme Gerüche aus den Abflüssen, im Winter kann sie jedoch gefrieren. Je nach Ausstattung lassen sich die Siphons entleeren oder mit einem Mittel behandeln, das für Wasseranlagen in Freizeitfahrzeugen geeignet ist. Verzichten Sie auf aggressive Flüssigkeiten, da sie Dichtungen beschädigen oder das später aufgefangene Abwasser belasten können.
Die Batterie schützen, ohne sie zu entladen
Auch bei Stillstand verlieren Batterien an Ladung. Alarmanlage, Tracker, Uhr oder bestimmte Bordgeräte können diesen Effekt zusätzlich verstärken. Wird eine Batterie tiefentladen, kann sie dauerhaft an Leistung verlieren oder sich gar nicht mehr laden lassen.
Zunächst sollten alle unnötigen Verbraucher ausgeschaltet werden. Kontrollieren Sie, ob Beleuchtung, Wasserpumpe, Kühlschrank und Steckdosen wirklich nicht aktiv bleiben. Steht das Fahrzeug in einer belüfteten und sicheren Garage, kann ein geeigneter Erhaltungslader die Starter- und Aufbaubatterie auf einem ausreichenden Ladezustand halten.
- Prüfen Sie die Batteriepole und entfernen Sie vorhandene Oxidationsspuren.
- Laden Sie die Batterien vor einer längeren Standzeit vollständig auf.
- Klemmen Sie die Aufbaubatterie ab, sofern dies laut Einbau und Fahrzeughandbuch zulässig ist.
- Lassen Sie den Motor nicht nur für wenige Minuten laufen: Ein kurzer Start lädt nicht immer die Energie nach, die dabei verbraucht wird.
- Kontrollieren Sie die Spannung einmal monatlich.
Befinden sich Photovoltaikmodule auf dem Dach, können sie zur Erhaltung der Aufbaubatterie beitragen. Liegen sie unter Laub, Schnee oder Staub, sinkt ihre Leistung jedoch deutlich. Eine schonende Reinigung vor dem Winter ist deshalb sinnvoll.
Einen trockenen und kontrollierten Stellplatz wählen
Der Abstellort ist beinahe so wichtig wie die technischen Vorbereitungen. Ein trockener, ebener und gut belüfteter Platz verringert das Risiko von Feuchtigkeit. Eine geschlossene Scheune wirkt zwar ideal, kann bei mangelnder Luftzirkulation jedoch Kondenswasser begünstigen.
Entfernen Sie im Innenraum alle Textilien, die Feuchtigkeit speichern, etwa Kissen, Decken, Bettwäsche und Handtücher. Lassen Sie Schranktüren leicht geöffnet, damit die Luft zirkulieren kann. Ein Luftentfeuchter kann diese Vorsichtsmaßnahme ergänzen, muss aber regelmäßig kontrolliert werden. Eine gute Belüftung ersetzt er nicht.
„Feuchtigkeit kann sich schon vor dem ersten Frost ausbreiten: Sie greift Stoffe, Holzverkleidungen, Schaumstoffe und elektrische Kontakte an.“
Bei einem Außenstellplatz sollte das Fahrzeug nicht unter Ästen, Dachrinnen oder an Stellen stehen, an denen sich Wasser sammelt. Eine atmungsaktive, für diesen Zweck entwickelte Schutzhülle kann die Karosserie schützen. Eine gewöhnliche, zu straff gespannte Plane hält Feuchtigkeit fest und kann den Lack durch Reibung beschädigen.
Reifen, Bremsen und Motor des Wohnmobils erhalten
Eine lange Standzeit belastet die Reifen. Das Fahrzeuggewicht wirkt dauerhaft auf dieselbe Stelle, wodurch sich das Gummi leicht verformen kann. Den Luftdruck entsprechend den Vorgaben für die Einlagerung anzupassen, hilft dabei, dieses Risiko zu reduzieren. Überschreiten Sie niemals den vom Hersteller angegebenen Höchstdruck.
Auf ebenem Untergrund sollte die Feststellbremse nicht monatelang angezogen bleiben, da die Bremsbauteile festgehen können. Sichern Sie das Fahrzeug stattdessen mit geeigneten, korrekt platzierten Unterlegkeilen. Gerade bei schweren Fahrzeugen müssen dabei unbedingt die Angaben des Herstellers beachtet werden.
| Zu kontrollierendes Bauteil | Maßnahme vor dem Winter | Vermiedenes Risiko |
|---|---|---|
| Reifen | Zustand prüfen und Luftdruck anpassen | Verformung und zu geringer Luftdruck |
| Bremsen | Unterlegkeile auf festem Untergrund verwenden | Festsitzen der Feststellbremse |
| Kraftstoff | Je nach geplanter Standzeit volltanken | Kondenswasser im Tank |
| Motorflüssigkeiten | Füllstände und Undichtigkeiten kontrollieren | Verzögerte Abfahrt im Frühjahr |
Ein möglichst voller Kraftstofftank verringert in der Regel die Kondenswasserbildung im Inneren. Ob diese Maßnahme sinnvoll ist, hängt von der Kraftstoffart und der Dauer der Standzeit ab. Im Zweifel ist das Wartungshandbuch maßgeblich.
Innenraum reinigen und Schädlinge fernhalten
Schon ein vergessenes Krümelchen in einer Schublade kann Mäuse anlocken. Leeren Sie vor dem Verschließen des Fahrzeugs alle Vorratsschränke, den Kühlschrank und die Abfalleimer. Reinigen Sie die Oberflächen, trocknen Sie die Dusche und lassen Sie die Kühlschranktür nach dem Abtauen einen Spalt offen. Das begrenzt hartnäckige Gerüche und Schimmelbildung.
Nagetiere suchen zudem gern den Motorraum und abgelegene Bereiche auf. Kontrollieren Sie mögliche Zugänge, ohne vorgeschriebene Lüftungsöffnungen zu verschließen. Lüftungsgitter dürfen niemals blockiert werden: Sie gewährleisten den Abzug bestimmter Gase und tragen zur Sicherheit im Innenraum bei.
Regelmäßige Kontrollen einplanen
Eine gelungene Überwinterung bedeutet nicht, das Fahrzeug bis zum Frühjahr völlig unbeachtet zu lassen. Ein Kontrollbesuch alle drei bis vier Wochen hilft, Undichtigkeiten, den Ladezustand der Batterien, den Reifendruck und mögliche Spuren von Schädlingen frühzeitig festzustellen.
Öffnen Sie bei trockenem Wetter für einige Minuten die Türen, um zu lüften. Prüfen Sie auch den Bereich unter dem Fahrzeug: Selbst eine kleine Pfütze kann auf austretendes Öl, Kühlmittel oder Kraftstoff hinweisen. Besser, Sie entdecken ein solches Detail im Winter als bei der ersten Urlaubsfahrt.
Der Begriff „Überwinterung“ umfasst also weit mehr als bloßes Abstellen. Gemeint ist eine Phase des aktiven Schutzes für das Fahrzeug und seine Ausstattung. Eine Stunde Vorbereitung im Herbst kann langwierige Reparaturen, anhaltende Gerüche und einen verschobenen Start verhindern, wenn die Lust auf die nächste Reise wiederkommt.
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