In vielen Wohnungen in Deutschland beeinträchtigen alltägliche Gegenstände die Einrichtung, ohne dass ihre Besitzer es bemerken.
Ausgehend von einem Beitrag der Einrichtungsseite Home and Garden erläutern mehrere Einrichtungsexperten, weshalb diese weitverbreiteten Dinge einen Raum optisch „stören“ und warum es sich lohnt, sie umzustellen oder besser einzuordnen. Auch für Menschen in Deutschland, die Wohnzimmer, Schlafzimmer oder Flur harmonischer gestalten möchten, ohne alles neu kaufen zu müssen, sind diese Hinweise relevant.
Wenn Alltagsgegenstände die Harmonie eines Raums beeinträchtigen
Die von Home and Garden befragten Fachleute meinen weder ausgefallene Dekoartikel noch besonders dominante Designobjekte. Vielmehr geht es um ganz gewöhnliche Dinge, die fast jeder besitzt und die das Gesamtbild eines Zimmers stören, weil sie den Blick an die falsche Stelle lenken oder visuelle Unruhe erzeugen.
Unverzichtbare Alltagsgegenstände können zu echten „Stimmungsstörern“ werden, wenn sie ungünstig platziert sind oder offen herumstehen.
Entscheidend ist weniger der Gegenstand selbst als seine Position, seine Farbe oder die Art, wie er im Raum liegt. Die Dekorateure raten häufig dazu, solche Dinge an einen anderen Ort zu verlegen, sie dezent zu verbergen oder sie in ein schlüssigeres Ordnungssystem einzubinden.
Diese Gegenstände stören einen Raum laut Einrichtungsexperten optisch
Schuhstapel im Eingangsbereich
Ein besonders häufiger Punkt sind Schuhe, die sich neben der Haustür stapeln. Direkt auf dem Boden abgestellt, bilden sie eine unregelmäßige optische Ansammlung, die sofort Unordnung vermittelt.
Nach Ansicht der Experten sollte der Flur stattdessen Klarheit und Leichtigkeit ausstrahlen. Ein Haufen aus Sneakern, Stiefeletten und Sandalen direkt beim Öffnen der Tür „zerstört“ diesen ersten Eindruck. Die Einrichtungsexperten empfehlen daher:
- Paare, die nicht täglich getragen werden, in einem geschlossenen Schrank oder Ankleidebereich unterzubringen;
- nur zwei oder drei benötigte Paare nahe der Tür in einem Schuhschrank zu verstauen;
- den Boden möglichst frei zu halten, damit der Eingangsbereich optisch nicht „zerschnitten“ wird.
Es geht nicht darum, Schuhe vollständig zu verbannen. Entscheidend ist, die Logik eines ungeordneten Haufens zu vermeiden, der den Raum auf den ersten Blick unübersichtlich wirken lässt.
Sichtbare Ladegeräte, Mehrfachsteckdosen und Kabel
Ein weiterer häufig genannter Störfaktor sind Kabel, die sich über den Boden schlängeln oder an Möbeln entlanglaufen. Handyladegeräte, weiße Mehrfachsteckdosen und schwarze Computer-Netzteile unterteilen den Raum optisch und ziehen den Blick unweigerlich an – selbst unbewusst.
Die Dekorateure empfehlen, diese Elemente in weniger auffällige Bereiche zu verlegen: hinter ein Möbelstück, in eine Nebenecke oder unmittelbar an einen Schreibtisch, statt sie mitten im Wohnzimmer zu platzieren. Kabelboxen oder Kabelkanäle können ebenfalls helfen, möglichst viele dieser technischen Elemente zusammenzufassen.
Ein Kabel an der falschen Stelle kann die Linie einer Wand unterbrechen, die Perspektive eines Flurs stören oder eine ansonsten gut durchdachte Leseecke beeinträchtigen.
Der zentrale Rat der Fachleute lautet: Statt Kabel überall im Raum auftauchen zu lassen, sollte ein fester „Technikpunkt“ festgelegt werden.
Wäschekörbe, die offen sichtbar bleiben
Auch Wäschekörbe gelten als störend, selbst wenn sie ansprechend aussehen, sobald sie mitten im Schlafzimmer oder Badezimmer stehen. Sie erinnern unmittelbar an Hausarbeit und beanspruchen optisch viel Raum.
Die von Home and Garden eingeladenen Dekorateure schlagen vor:
- den Wäschekorb, sofern der Grundriss es zulässt, in einem Schrank oder Ankleidebereich unterzubringen;
- ihn lieber in eine dezente Ecke als in die Raummitte zu stellen;
- mehrere Körbe im Schlafzimmer nicht nebeneinander aufzustellen, da dies ein Gefühl von Überladung erzeugt.
Schmutzwäsche gehört zum Alltag, muss jedoch nicht in Bereichen sichtbar sein, die Ruhe ausstrahlen sollen – etwa im Schlafzimmer.
Putzmittel und Reinigungszubehör
Besen, Wischmopps, Reinigungsmittelflaschen oder Fenstersprays wirken nur selten dekorativ. Stehen sie in einer Küchenecke oder im Flur, „stören“ sie die Optik, selbst wenn die übrige Einrichtung sorgfältig gestaltet ist.
Die bei Home and Garden genannten Dekorateure raten dazu, für Reinigungsutensilien einen geschlossenen Bereich vorzusehen: einen eigenen Schrank, eine Waschküche, einen Abstellraum oder zumindest ein Möbelstück, in dem die Produkte verschwinden. Zudem weisen sie darauf hin, dass diese Gegenstände an eine wenig angenehme, rein praktische Aufgabe erinnern und damit dem Entspannungsgefühl entgegenstehen, das im Wohn- oder Schlafzimmer gewünscht ist.
Körbe und Aufbewahrungsboxen im dauerhaften Einsatz
Kunststoffboxen, Stoffkörbe oder große Aufbewahrungskisten sind praktisch. Bleiben sie jedoch dauerhaft mitten im Zimmer stehen, vermitteln sie den Eindruck eines nie abgeschlossenen Umzugs. Auch wenn sie ordentlich gefüllt sind, gliedern sie den Raum optisch in einzelne Bereiche.
Die Experten empfehlen, sie nur vorübergehend einzusetzen: zum Sortieren, für eine bestimmte Aktivität oder für den Spielzeugwechsel im Kinderzimmer. Im Alltag sind sie besser im Schrank, unter dem Bett oder in einem Nebenraum aufgehoben.
Ein zufällig auf dem Boden oder in einer Ecke abgestellter Korb erinnert an noch offene Arbeit, während ein fertiger Raum mit einem Blick erfassbar sein sollte.
Gegenstände umstellen, ohne an Alltagstauglichkeit zu verlieren
Dinge anders zu verstauen bedeutet nicht, den Alltag umständlicher zu machen. Die Dekorateure betonen vielmehr ein Prinzip: Nützliche Gegenstände sollten griffbereit bleiben, ihr fester Platz sollte sich aber in weniger sichtbaren Zonen befinden.
Sie empfehlen beispielsweise:
- die tatsächlichen Wege in der Wohnung zu berücksichtigen – also etwa, wo Schuhe ausgezogen oder Handys geladen werden – und dort geschlossene Aufbewahrungslösungen einzuplanen;
- Hauswirtschafts- und Nebenräume wie Waschküche, Vorratsraum oder Abstellkammer für die am wenigsten dekorativen Gegenstände zu nutzen;
- hohe oder integrierte Stauraumlösungen zu bevorzugen, die die Sicht auf Augenhöhe freigeben.
Für Menschen in Deutschland, die in einer Wohnung ohne Waschküche leben, kann das ein schlichtes Schrankmöbel mit Türen im Flur, eine Truhe am Fußende des Betts oder ein Hochschrank im Badezimmer sein. Das Ziel bleibt identisch: Möglichst wenige „technische“ Gegenstände sollen gleichzeitig sichtbar sein.
Was das für Wohnräume in Deutschland bedeutet
Die von Home and Garden aufgegriffenen Beobachtungen lassen sich weitgehend auf deutsche Wohnungen und Häuser übertragen. Ob in einer Berliner Wohnung oder einem Haus auf dem Land: Dieselben Gegenstände befinden sich oft an denselben Stellen – Schuhe im Flur, Kabel rund um das Sofa oder ein Wäschekorb im Schlafzimmer.
Auch deutsche Innenarchitekten vertreten diesen Ansatz: Die visuelle Wegeführung ist genauso wichtig wie die Wandfarbe oder die Wahl des Sofas. Sie heben besonders hervor:
- dass der Eingangsbereich frei bleiben sollte, weil er als eigenständiger Raum wahrgenommen wird;
- dass geschlossene Stauraumlösungen besser geeignet sind als eine Ansammlung offener Körbe und Boxen;
- dass Flure oft durch Garderobenständer, Kartons oder kleine Möbel überladen werden, welche die Perspektive unterbrechen.
Baurechtliche Vorschriften oder staatliche Förderungen spielen hierbei keine Rolle: Es handelt sich um Entscheidungen der Inneneinrichtung, die Eigentümer oder Mieter selbst treffen. Deutsche Pendants zu den von Home and Garden zitierten Dekorateuren, etwa Innenarchitekten oder Ordnungscoaches, geben bei ihrer Arbeit dieselben Empfehlungen.
Warum solche Details die Raumwirkung so stark beeinflussen
Die von den Dekorateuren genannten Dinge haben eines gemeinsam: Sie unterbrechen die natürlichen Linien eines Zimmers. Ein Schuhhaufen zerteilt die Bodenfläche, ein Wäschekorb vor einer Wand lenkt den Blick ab, und ein Bündel Kabel verläuft über die Fußleiste.
Fachleute erklären, dass das Auge nach einfachen Orientierungspunkten sucht: einer freien Wand, einem klaren Bodenverlauf und einigen eindeutig abgegrenzten Bereichen. Werden diese Linien von zu vielen funktionalen Gegenständen durchkreuzt, erscheint der Raum kleiner und unordentlicher – auch wenn er sauber ist.
Schon das Umstellen einiger weniger störender Gegenstände kann das Raumgefühl ebenso deutlich verbessern wie ein Möbelwechsel oder eine neue Farbe.
Für Leser in Deutschland können diese Tipps in einer kurzen, gezielten Aufräumrunde bestehen: In jedem Raum wird der sichtbarste technische Gegenstand identifiziert und an einen unauffälligeren Platz verlegt. Oft reicht diese einfache Veränderung ohne zusätzliche Anschaffung aus, damit das Gesamtbild stimmiger wirkt.
Wer diese „Raumstörer“ dagegen ignoriert, riskiert, dass Renovierungen oder teure Anschaffungen weniger Wirkung zeigen. Schöne Wandfarbe, ein neues Sofa oder ein hochwertiger Teppich verlieren einen Teil ihres Effekts, wenn der Blick sofort an einem verformten Korb, einem straff gespannten schwarzen Kabel oder einem Schuhstapel neben der Tür hängen bleibt.
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