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Brauner Rasen nach der Trockenheit: So wird er wieder grün

Person gießt Pflanzen im Garten mit Gartenschlauch und bewässert frisch gepflanzte Setzlinge.

Nach Wochen mit Hitze und Trockenheit kann sich ein vergilbter Rasen mit einfachen, geduldigen Maßnahmen noch erholen.

Das Bild ist zum Sommerende hin vertraut: trockene Halme, harter Boden und braune Stellen lassen den Garten ungepflegt wirken. Angesichts dieser ausgedörrten Fläche denken viele sofort an teuren Dünger oder daran, den Rasen vollständig zu erneuern. Meist ist das jedoch voreilig. In vielen Fällen sind die Gräser nicht abgestorben, sondern haben ihren Stoffwechsel gedrosselt, um den Wassermangel zu überstehen.

Ein brauner Rasen ist nicht zwangsläufig verloren

Während einer länger andauernden Trockenperiode fährt der Rasen seine Aktivität deutlich herunter. Die Blätter werden erst gelb und später braun, während die Wurzeln versuchen, die verbleibende Feuchtigkeit zu bewahren. Diese Ruhephase schützt bestimmte Grasarten, die wieder austreiben können, sobald der Boden nach und nach erneut Wasser erhält.

Bevor nachgesät oder Pflegeprodukte gekauft werden, sollte der Rasen daher genau geprüft werden. Bereiche mit einzelnen biegsamen Halmen oder einer noch leicht grünen Halmbasis haben gute Chancen auf Erholung. Völlig kahle, brüchige und staubtrockene Stellen können dagegen weitergehende Maßnahmen erfordern.

„Der erste Schritt besteht nicht darin, den Rasen zu düngen, sondern dem Wasser den Weg zu seinen Wurzeln zu ermöglichen.“

Den Boden vor dem Gießen belüften

Ein Boden, der wochenlang der Sonne ausgesetzt war, verdichtet sich. Bei den ersten Wassergaben kann er das Wasser sogar abweisen: Es läuft oberflächlich ab, bildet Pfützen oder fließt zu den Rändern, ohne die Wurzeln tatsächlich zu befeuchten. Hier kann ein sehr einfaches Werkzeug entscheidend sein: die Grabegabel.

Sie wird in den trockensten Bereichen in regelmäßigen Abständen senkrecht in den Boden gestochen, ohne die gesamte Rasenfläche umzugraben. Ein paar sanfte Bewegungen nach hinten schaffen kleine Risse im Erdreich. Es geht nicht ums Umgraben, sondern darum, Durchgänge für Wasser und Luft zu öffnen.

Dadurch finden die Wurzeln auch wieder einen weniger erstickten Boden vor. Auf kleinen Flächen ist diese Arbeit schnell erledigt. Bei größeren Grundstücken empfiehlt es sich, abschnittsweise und über mehrere Tage vorzugehen, damit das geschwächte Gras nicht zu stark betreten wird.

  • Eine Grabegabel mit stabilen Zinken wählen;
  • möglichst am späten Nachmittag arbeiten;
  • verdichtete Stellen im Abstand von 15 bis 20 Zentimetern einstechen;
  • keinen bereits durchnässten Boden bearbeiten;
  • direkt nach der leichten Belüftung gießen.

Langsam gießen, damit das Wasser die Wurzeln erreicht

Der häufigste Fehler ist, den Rasen jeden Abend nur einige Minuten zu bewässern. Damit werden lediglich die obersten Zentimeter des Bodens feucht. Die Wurzeln liegen tiefer, wo die Kühle am längsten erhalten bleibt. Ein Rasen, der regelmäßig nur kleinste Wassermengen bekommt, bildet zudem flache Wurzeln aus und ist bei der nächsten Hitzewelle anfälliger.

Nach einer Trockenphase ist eine lange, gleichmäßige und ruhige Bewässerung sinnvoller. Das Wasser sollte schrittweise in den Boden eindringen. Ein Rasensprenger mit mäßiger Durchflussmenge ist oft wirksamer als ein kräftiger Wasserstrahl, der den Boden verdichtet oder Oberflächenabfluss verursacht.

Als Richtwert kann ein sehr trockener Rasen für einen tiefgründigen Bewässerungsgang etwa 10 Liter Wasser pro Quadratmeter benötigen. Für 100 Quadratmeter entspricht das ungefähr 1.000 Litern. Dieser Wert hängt jedoch von der Bodenbeschaffenheit, der Temperatur und dem tatsächlichen Zustand des Rasens ab.

Wassermenge an die Bodenart anpassen

Sandige Böden lassen Wasser rasch nach unten versickern und speichern es nur wenig. Sie sollten besser in mehreren, jeweils einige Minuten auseinanderliegenden Durchgängen bewässert werden, um Verluste zu begrenzen. Ein lehmiger Boden hält Feuchtigkeit besser, seine Oberfläche kann sich bei starker Austrocknung jedoch verschließen. Deshalb ist die vorherige Belüftung besonders wichtig.

Bodenart Häufige Reaktion nach Trockenheit Empfohlene Maßnahme
Sandig Wasser versickert schnell und wird kaum gespeichert In mehreren mäßigen Durchgängen gießen
Lehmig Harte Oberfläche, möglicher Oberflächenabfluss Belüften und anschließend langsam gießen
Schluffig Gute Ausgewogenheit, aber Verdichtungsrisiko Versickerung kontrollieren und Übermaß vermeiden

Warum Dünger noch warten kann

Ein brauner Rasen weckt schnell den Wunsch, ihm sofort einen Wachstumsschub zu geben. Dünger wirkt jedoch nicht wie ein Sofortmittel. Solange der Rasen unter Wassermangel leidet, kann er Nährstoffe nur schlecht aufnehmen. Manche Düngergaben können den Stress für die Wurzeln sogar verstärken, wenn der Boden trocken bleibt.

Besser ist es, die ersten Erholungszeichen abzuwarten: neue Triebe, zurückkehrende grüne Bereiche oder Halme, die wieder elastischer werden. Dann kann eine mäßige, zur Jahreszeit passende Düngung das Wachstum unterstützen. Ein zu stickstoffreicher Dünger lässt das Blattwerk zwar schnell wachsen, stärkt das Wurzelsystem aber nicht zwangsläufig dauerhaft.

„Nach der Trockenheit braucht der Rasen vor allem gleichmäßige Feuchtigkeit, Sauerstoff im Boden und einige Wochen Erholung.“

Wann eine Nachsaat notwendig wird

Trotz richtig durchgeführter Bewässerung werden manche Bereiche nicht wieder grün. Gräser haben ihre Belastungsgrenzen, insbesondere nach lang anhaltender extremer Hitze. Bleiben größere Stellen auch nach mehreren Wochen mit günstigeren Bedingungen kahl, kann eine Nachsaat erforderlich sein.

Dabei werden Grassamen auf dünn bewachsene Flächen ausgebracht. Der geeignete Zeitpunkt ist, wenn der Boden wieder kühl und ausreichend feucht ist, häufig zu Beginn des Herbstes. Milde Temperaturen fördern die Keimung, während Regen den Bewässerungsbedarf senkt.

Kahle Stellen vorbereiten

Zunächst abgestorbene Halme und Rückstände mit einem Rechen entfernen. Den Boden einige Millimeter tief leicht aufrauen, die Samen verteilen und anschließend vorsichtig mit der Rückseite des Rechens oder einer leichten Walze andrücken. Danach die Fläche feucht halten, bis die jungen Triebe erscheinen.

Bei der Erholung sollte der Rasen nicht zu kurz gemäht werden. Eine Schnitthöhe von etwa 6 bis 8 Zentimetern schützt den Boden vor Sonne und verringert die Verdunstung. Etwas längeres Gras schafft zudem natürlichen Schatten für die Wurzeln. Zusammen mit selteneren, aber tiefgründigen Wassergaben hilft diese Gewohnheit dem Garten, die nächsten starken Hitzeperioden besser zu überstehen.

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