An einem Septembermorgen, in einem kleinen Garten, der noch vom Tau feucht war, zeigte ein Nachbar stolz einen Baum voller mahagonibrauner Früchte, die sich fast unter dem Laub versteckten. Kaum jemand erkannte dieses Obstgehölz, obwohl es mehrere Winter mit Temperaturen von -12 °C ohne besonderen Schutz überstanden hatte. Es war ein Jujubier, ein aus Asien stammender Baum, der allmählich das Interesse von Gärtnerinnen und Gärtnern weckt, die empfindliche Obstbäume leid sind. Seine Früchte, die Jujuben, erinnern frisch an kleine knackige Datteln und werden beim Trocknen weich und zart. Wird ein bereits gut entwickeltes Exemplar zum passenden Zeitpunkt gesetzt, kann es sogar schon im folgenden Herbst einige Früchte tragen. Eine Überraschung, die einen genaueren Blick verdient.
Der Jujubier: ein asiatisches Obstgehölz, das fast allem standhält
Der Gemeine Jujubier oder Ziziphus jujuba besitzt den zurückhaltenden Reiz von Bäumen, die man erst spät entdeckt. Im Frühjahr treibt er meist später aus als ein Kirsch- oder Apfelbaum, was ungeduldige Gartenbesitzer gelegentlich beunruhigt. Danach zeigt er kleine glänzende Blätter und unscheinbare Blüten, die bei Insekten sehr beliebt sind. Mit den ersten kühlen Nächten verfärben sich seine Früchte von Grün zu Rotbraun. Im Hausgarten wirkt er mit seinen biegsamen, teils leicht bedornten Zweigen luftig und beinahe grafisch. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, fällt aber genau zur richtigen Zeit auf.
Seine Frosthärte ist ein wesentlicher Grund für seinen Erfolg. Abhängig von Sorte und Standort verträgt ein ausgewachsener Jujubier üblicherweise Temperaturen um -15 °C; bei gut durchlässigem Boden kann es für kurze Zeit auch etwas kälter sein. Dadurch wird er für zahlreiche Regionen Deutschlands interessant, weit über besonders milde Lagen hinaus. In östlichen und mittleren Landesteilen oder in manchen Gebieten im Westen kann er einen Platz an einer sonnigen Hauswand finden. Junge Bäume reagieren in ihren ersten beiden Wintern noch empfindlicher, werden mit zunehmender Durchwurzelung aber Jahr für Jahr robuster.
Seine Herkunft erklärt ebenfalls, weshalb der Jujubier so widerstandsfähig ist: Er stammt aus asiatischen Regionen mit heißen Sommern, teils kargen Böden und ausgeprägten Temperaturschwankungen. Staunässe verträgt er nicht, Hitze und Trockenphasen nach dem Anwachsen hingegen sehr gut. Diese Robustheit bedeutet jedoch nicht, dass man ihn einfach in einer abgelegenen Gartenecke sich selbst überlassen sollte. In schwerer, dauerhaft nasser Erde wird selbst ein Jujubier mit bestem Willen kaum wachsen. Anspruchslos ist er durchaus, doch er bevorzugt klare Bedingungen: Sonne, ausreichend Raum und einen Boden, der Luft an die Wurzeln lässt.
Jetzt gepflanzt, kann er bereits im nächsten Herbst überraschen
Eine Pflanzung im Herbst passt besonders gut zu ihm, sofern der Boden weder gefroren noch völlig durchnässt ist. Heben Sie ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit wie der Wurzelballen ist, lockern Sie den Untergrund auf, ohne die Erde zu Pulver zu zerreiben, und setzen Sie den Baum genauso tief ein, wie er zuvor im Topf stand. In den meisten Fällen genügt eine Mischung aus Gartenerde und reifem Kompost vollkommen. Gießen Sie direkt nach dem Pflanzen reichlich, selbst wenn Regen angekündigt ist: So werden Lufttaschen rund um die Wurzeln geschlossen. Eine dünne Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden, ohne den Wurzelhals zu ersticken.
Wer schon im nächsten Herbst Früchte sehen möchte, sollte besser einen veredelten und bereits kräftig entwickelten Jujubier wählen als einen jungen Sämling. Sorten wie „Li“, „Lang“, „Chico“ oder „Honey Jar“ werden häufig in Baumschulen angeboten und unterscheiden sich in ihren Fruchteigenschaften: Manche liefern größere, süßere oder knackigere Früchte. Seien wir ehrlich: Kaum jemand vergleicht vor dem Kauf eines Baums tatsächlich jedes Mal die Sorten. Dennoch bewahrt diese kleine Gewohnheit vor manchen Enttäuschungen. Ein zwei- oder dreijähriges Exemplar, das sonnig steht und während seines ersten Sommers ausreichend gegossen wird, kann recht schnell einige Jujuben tragen.
Der häufigste Fehler besteht darin, es zu gut machen zu wollen. Es wird gedüngt, unablässig gegossen und wahllos jeder Zweig geschnitten – anschließend scheint der Baum beleidigt zu reagieren. Der Jujubier bevorzugt eine behutsame Hand und etwas Geduld.
„Beim Jujubier erzielt der Gärtner oft bessere Ergebnisse, wenn er den Baum beobachtet, statt jedes Wochenende eingreifen zu wollen.“
- Einen Standort mit Süd- oder Südwestausrichtung wählen.
- Senken vermeiden, in denen das Wasser nach Regenfällen stehen bleibt.
- Den jungen Stamm mit Mulch schützen, ohne das Mulchmaterial direkt an die Rinde zu legen.
- Vor allem abgestorbenes Holz und sich kreuzende Zweige im Spätwinter entfernen.
Überraschende Früchte zwischen knackigem Apfel und süßer Dattel
Jujuben ähneln kaum den Früchten, die man in Deutschland gewöhnlich erntet. Solange sie fest und rötlich sind, besitzen sie ein knackiges, leicht mehliges Fruchtfleisch mit einem Geschmack, der an milden Apfel erinnert. Mit fortschreitender Reife schrumpelt ihre Schale, während das Fruchtfleisch dichter und beinahe kandiert wird. In diesem Stadium erinnern sie an Datteln, ohne genau gleich zu schmecken. Einige essen sie direkt im Garten, andere trocknen sie auf einem Tablett in Fensternähe. In beiden Fällen behalten die Früchte ihren unerwarteten Charakter, der Lust auf eine weitere macht.
Die Erntezeit liegt je nach Sorte, Klima und sommerlicher Sonneneinstrahlung meist zwischen September und November. Ein noch junger Baum bringt im ersten Standjahr keine Kilogramm an Früchten hervor, und das ist völlig normal. Schon einige Jujuben reichen aus, um die Qualität der gewählten Sorte zu prüfen und ihr Verhalten kennenzulernen. Mit der Zeit kann ein ausgewachsener Jujubier ausgesprochen ertragreich werden, ohne die regelmäßigen Behandlungen zu verlangen, die manche Apfel- oder Pfirsichbäume benötigen. Ein wenig krankheitsanfälliger Obstbaum – das ist ein Versprechen, das viele Gartenfreunde anspricht.
Der Jujubier regt außerdem dazu an, die Erwartungen an einen Obstbaum neu zu überdenken. Er liefert nicht schon im ersten Frühjahr eine spektakuläre Ernte, überzieht sich nicht mit riesigen Blüten und sieht nicht aus wie der Star im Gartencenter. Er wächst in Ruhe an, findet seinen Platz und wird dann oft zu dem Baum, nach dessen Namen Besucher fragen. Wir alle kennen diesen Moment, in dem eine bei jemand anderem gepflückte Frucht allein deshalb besser schmeckt, weil sie eine Geschichte erzählt. Mit seinen ungewöhnlichen und schmackhaften Jujuben schafft dieser Baum genau solche Erinnerungen.
| Wesentlicher Punkt | Detail | Mehrwert für die Leserschaft |
|---|---|---|
| Frosthärte | Ein ausgewachsener Jujubier verträgt etwa -15 °C, besonders in durchlässigem Boden und geschützt vor eisigen Winden. | Er kommt für viele Gärten in Deutschland infrage, auch dort, wo Zitrusbäume nicht überleben würden. |
| Pflanzung | Der Herbst fördert die Wurzelbildung vor der sommerlichen Wärme, sofern durchnässte Böden vermieden werden. | Ein besser etablierter Baum leidet weniger unter Trockenheit und kann im Frühjahr kräftiger austreiben. |
| Ernte | Ein veredeltes, bereits geformtes und sonnig platziertes Exemplar kann schon im folgenden Herbst einige Früchte tragen. | Der Gärtner lernt die Jujuben schnell kennen und erkennt, ob diese Sorte dauerhaft einen Platz im Garten verdient. |
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