Eine Dusche ohne Duschkabine kommt ohne Türen, Aluminiumprofile und in manchen Planungen sogar ohne die Glasabtrennung aus, die den Duschbereich üblicherweise separiert. Dadurch wirkt das Badezimmer optisch durchgängiger und lässt sich leichter begehen. Voraussetzung ist jedoch eine sorgfältig geplante Entwässerung: Fehlen das richtige Gefälle, eine zuverlässige Abdichtung und die Kontrolle von Spritzwasser, kann sich Wasser in Bereiche ausbreiten, die trocken bleiben sollen.
Warum lässt ein Verzicht auf die Duschkabine das Bad größer wirken?
Wenn keine senkrechte Konstruktion den Blick unterbricht, erscheinen Boden, Wände und Beläge als zusammenhängendere Fläche. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt in kleinen Bädern: Ein offener oder schwellenloser Duschbereich verringert optische Barrieren und macht die Wege im Raum weniger unterteilt.
- weniger sichtbare Profile und Konstruktionselemente;
- ein durchgehender Belag zwischen Dusche und übrigem Bad;
- mehr Gestaltungsfreiheit für Nischen und integrierte Sitzbänke;
- Zugang ohne das Öffnen einer Duschkabinentür;
- weniger Ecken und Schienen, in denen sich bei der Reinigung Schmutz sammeln kann.
Was verhindert, dass sich Wasser im gesamten Badezimmer verteilt?
Entscheidend ist der Boden. Bei einer offenen Dusche muss die Fläche das Wasser zum Ablauf leiten, statt es in Richtung Waschbecken, WC oder Tür fließen zu lassen. Gerade schwellenlose Systeme sind auf dieses Gefälle angewiesen, damit das Wasser im Nassbereich bleibt.
Auch die Position des Duschkopfs beeinflusst das Ergebnis. Ein auf den Duschbereich gerichteter Wasserstrahl, ausreichender Abstand zu trockenen Zonen und ein sinnvoll platzierter Ablauf tragen dazu bei, Spritzwasser zu begrenzen. Je nach Grundriss kann eine halbhohe Wand oder eine feststehende Glasscheibe das offene Raumgefühl erhalten, ohne den gesamten Bereich ungeschützt zu lassen.
Welche Punkte sollten vor dem Verzicht auf eine Duschkabine geplant werden?
Ein Badezimmer ohne Duschkabine funktioniert am besten, wenn Entwässerung und Abdichtung bereits in der Planung festgelegt werden und nicht erst als abschließendes Detail gelten. Ein ungeeignetes System kann stehendes Wasser, Schäden an Fugen und Durchfeuchtungen begünstigen. Vor der Ausführung sollten mehrere Faktoren gemeinsam berücksichtigt werden.
- Gefälle des Bodens in Richtung Ablauf;
- fachgerechte Abdichtung der wasserbelasteten Fläche;
- geeigneter Bodenbelag für Nassbereiche;
- Lage und Leistungsfähigkeit des Entwässerungssystems;
- Reichweite des vom Duschkopf verursachten Spritzwassers;
- ausreichende Belüftung, damit der Raum besser trocknen kann.
Kann eine Duschrinne bei diesem Konzept helfen?
Eine Duschrinne wird in offenen Duschbereichen häufig eingesetzt, weil sie es ermöglicht, das Bodengefälle auf eine lineare Entwässerung auszurichten – auch entlang einer Wand. Einige Systeme wurden speziell für schwellenlose Duschen entwickelt und erlauben einen nahezu ebenen Übergang zwischen Duschfläche und dem restlichen Badezimmer.
Das bedeutet nicht, dass eine Duschrinne zwingend erforderlich ist. Punktabläufe können ebenfalls funktionieren, wenn der Boden korrekt geneigt und abgedichtet ist. Bei der Auswahl sollten die Größe des Duschbereichs, das Format der Belagsfliesen, die Lage der Rohrleitungen und die Führung des Wassers zum Ablauf berücksichtigt werden.
Eignet sich eine offene Dusche für jedes Badezimmer?
Nicht unbedingt. In einem sehr kurzen Bad, in dem sich die Dusche nahe am WC, Waschtisch oder an der Tür befindet, kann der vollständige Verzicht auf eine Begrenzung nach jedem Duschen zu einem nassen Boden führen. In solchen Fällen kann eine schmale feste Trennwand oder eine andere dezente Barriere Spritzwasser reduzieren, ohne den vollständigen Abschluss einer klassischen Duschkabine nachzubilden.
Wenn genügend Platz vorhanden ist und die Planung Abdichtung, Entwässerung und Gefälle fachgerecht löst, kann der Verzicht auf die Duschkabine einen durchgehenden Duschbereich mit weniger Hindernissen und einfacherem Zugang schaffen. Die minimalistische Optik entsteht durch die geringere Zahl sichtbarer Elemente. Ob das Konzept funktioniert, entscheidet jedoch vor allem, was unter dem Belag liegt: ein Untergrund, der Wasser aufnimmt und es zügig zum Ablauf führt.
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