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Chinesische Autobauer: Gewinne unter wachsendem Druck

Roter Elektro-Sportwagen in moderner Ausstellung mit Glasfront und Stadt-Hintergrund.

Nachdem die Finanzzahlen mehrerer chinesischer Autobauer für das erste Halbjahr bekannt geworden sind, zeichnet sich ein gemeinsames Muster ab: Die Gewinne geraten durch steigende Kosten für Rohstoffe und Komponenten unter Druck. Hinzu kommen Faktoren wie der Preiswettbewerb, die nachlassende Nachfrage und höhere Investitionen.

Chinesische Autobauer unter Margendruck

Zu den besonders auffälligen Fällen zählt die GAC Group, die einen Verlust von 4,06 bis 4,57 Milliarden Yuan (etwa 524-590 Millionen Euro zum aktuellen Wechselkurs) erwartet. Seres rechnet seinerseits mit Verlusten zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Yuan (193-232 Millionen Euro), während auch BAIC Bluepark und JAC Motors davon ausgehen, das Halbjahr mit roten Zahlen abzuschließen.

Gewinne gehen auch bei profitablen Herstellern zurück

Selbst Hersteller, die weiterhin positive Ergebnisse ausweisen, bleiben von diesem Druck nicht verschont. Changan Automobile prognostiziert einen Gewinnrückgang von 57,7% bis 67,7%, während Great Wall Motor ebenfalls mit sinkenden Gewinnen rechnet.

Chips verschärfen den Druck

Neben den höheren Preisen für Rohstoffe wie Lithium, Kupfer und Aluminium stehen die Autobauer inzwischen vor einer weiteren Herausforderung: Chips werden teurer. Die steigende Nachfrage nach Halbleitern für künstliche Intelligenz und Rechenzentren hat dazu geführt, dass zahlreiche Zulieferer diese Märkte bevorzugen. Dadurch stehen der Automobilindustrie weniger Komponenten zur Verfügung, was deren Preise deutlich ansteigen lässt.

Nach Angaben von TrendForce, auf die sich Car News China beruft, haben sich die Preise einiger der in der Automobilindustrie meistgenutzten Chips im ersten Halbjahr verdoppelt. Bis zum Jahresende könnten sie erneut um 60% bis 70% steigen.

Anders als bei anderen Rohstoffen gibt es für diese Komponenten keine Finanzinstrumente, mit denen sich die Hersteller gegen Preisschwankungen absichern können. Daher sehen sich mehrere Unternehmen gezwungen, langfristige Lieferverträge auszuhandeln, um die Versorgung überhaupt sicherzustellen.

Moderne Autos benötigen Dutzende – teils sogar Hunderte – Halbleiter, um Funktionen von Sicherheit und Motoreffizienz bis hin zu Infotainmentsystemen und autonomem Fahren zu steuern.

Branchenangaben zufolge könnten die höheren Kosten für Rohstoffe und Komponenten die Produktionskosten je Fahrzeug um 4000 bis 7000 Yuan (etwa 516-904 Euro) erhöhen. Bei den teureren Modellen kann der Betrag 10 000 Yuan (etwa 1291 Euro) übersteigen.

Nachfrage lässt nach

Die Kosten steigen zu einem Zeitpunkt, an dem der chinesische Automarkt eine schwächere Nachfrage verzeichnet: Der Absatz von Pkw ging im ersten Halbjahr um 20,2% zurück. Gleichzeitig herrscht ein besonders aggressiver Preiswettbewerb, der viele Autobauer dazu zwingt, Fahrzeuge mit sehr geringen Gewinnmargen zu verkaufen.

Hinzu kommt das hohe Tempo bei der Einführung neuer Modelle. In den ersten sechs Monaten kamen auf dem chinesischen Markt rund 180 neue Autos auf den Markt – das entspricht einer Markteinführung pro Tag. Die Hersteller müssen deshalb trotz immer niedrigerer Margen weiterhin hohe Investitionen in Forschung, Entwicklung und Vermarktung aufrechterhalten.

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