Mit dem nahenden Winter nehmen im Internet günstige Angebote für Brennholz zu. Hinter einigen davon stehen ausgefeilte Betrugsmaschen.
Holzheizungen sind bei französischen Haushalten weiterhin beliebt, besonders wenn die Temperaturen sinken und steigende Energiekosten Sorgen bereiten. Mehr als sieben Millionen Haushalte nutzen diese Heizform. Die hohe Nachfrage bietet jedoch auch Betrügern günstige Bedingungen: Sie setzen auf Zeitdruck, besonders niedrige Preise und Zusagen einer sehr schnellen Lieferung.
Verlockende Angebote, die nach der Zahlung verschwinden
Das Muster wiederholt sich jedes Jahr: Jemand sucht einige Ster oder mehrere Kubikmeter Scheitholz und stößt auf eine Anzeige mit professionellen Bildern, einem vertrauenerweckenden Logo und einem Preis, der deutlich unter dem üblichen Marktniveau liegt. Teilweise wird eine kostenlose Lieferung innerhalb von 48 Stunden in ganz Frankreich versprochen.
Sobald die Bestellung bezahlt ist, ist der Verkäufer nicht mehr erreichbar. Am Wohnort erscheint kein Lieferfahrzeug, und die Website kann bereits wenige Tage später verschwunden sein. Manche Betrüger übernehmen den visuellen Auftritt realer Unternehmen: Sie verwenden Fotos, Firmennamen, Adressen oder Kontaktdaten bekannter Fachbetriebe, um ihrem gefälschten Shop einen glaubwürdigen Anschein zu verleihen.
Ein Preis, der deutlich unter den übrigen Angeboten vor Ort liegt, sollte als Warnsignal gelten – nicht als Gelegenheit, die man überstürzt ergreifen muss.
Den Betroffenen geht dabei nicht immer nur der Kaufpreis verloren. Wer seine Bankdaten auf einer zweifelhaften Plattform eingibt, riskiert zudem den missbräuchlichen Einsatz seiner persönlichen Daten.
Fast jedes zweite kontrollierte Unternehmen abgemahnt
Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf Websites, die allein zum Geldbetrug eingerichtet wurden. Auch tatsächlich bestehende Verkäufer können irreführende Geschäftspraktiken anwenden. Im Rahmen einer Untersuchung der französischen Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung wurden 185 Unternehmen der Branche geprüft. Fast die Hälfte erhielt eine Verwarnung oder eine behördliche Anordnung.
Beanstandet wurden unter anderem die Preisauszeichnung, fehlende Produktangaben, das Widerrufsrecht sowie die tatsächliche Qualität des gelieferten Holzes. Käufer erhalten mitunter kürzere Scheite als vereinbart, eine andere Holzart als bestellt oder Brennholz, das zu feucht für den sofortigen Gebrauch ist.
Feuchtes Holz: Auch bei Lieferung ein schlechtes Geschäft
Nicht ausreichend getrocknetes Holz brennt schlecht. Es erzeugt mehr Rauch, verschmutzt den Schornstein und liefert weniger Wärme. Um denselben Komfort zu erreichen, müssen Nutzer deshalb mehr Scheite verbrauchen. Das ist nicht bloß unerquicklich: Wird ein Gerät schlecht gewartet und mit feuchtem Holz betrieben, können sich auch die Risiken im Zusammenhang mit dem Rauchabzug erhöhen.
Auf der Rechnung müssen die Eigenschaften des gelieferten Produkts daher eindeutig angegeben sein. Seit 2022 muss der Verkäufer insbesondere Holzart, Scheitlänge und Feuchtigkeitsgehalt nennen sowie den Hinweis „gebrauchsfertig“ oder „vor der Verwendung trocknen“. Auch die empfohlene Trocknungsdauer muss aufgeführt werden.
Diese Prüfungen sind vor jeder Zahlung nötig
Zunächst sollte geprüft werden, ob das Unternehmen tatsächlich existiert. Ein seriöser Verkäufer kann eine Registrierungsnummer, eine nachvollziehbare Anschrift und eine funktionierende Kontaktmöglichkeit vorweisen. Vor allem bei hohen Beträgen ist es ratsam, vor der Bestellung anzurufen.
- Den angebotenen Preis mit den Preisen mehrerer Anbieter in der näheren Umgebung vergleichen.
- Das Unternehmen in öffentlichen Unternehmensregistern suchen.
- Impressum, Postanschrift und Verkaufsbedingungen kontrollieren.
- Bei einer unspezifischen E-Mail-Adresse oder einer Telefonnummer, die nie erreichbar ist, vorsichtig sein.
- Bewertungen kritisch lesen und auf sehr ähnliche Kommentare achten, die innerhalb kurzer Zeit veröffentlicht wurden.
- Zahlungen vermeiden, die zwingend per sofortiger Überweisung oder über schwer anfechtbare Zahlungsmethoden erfolgen sollen.
Auch eine schlecht übersetzte Website, zahlreiche Fehler, eine widersprüchliche Adresse oder Bilder, die auf anderen Seiten wiederverwendet werden, sollten Misstrauen wecken. Warnhinweise des Browsers dürfen niemals ignoriert werden. Prüftools können dabei helfen festzustellen, ob eine Domain erst kürzlich eingerichtet wurde oder bereits von Verbrauchern gemeldet worden ist.
Vor jeder Zahlung muss es möglich sein, einen realen Ansprechpartner zu identifizieren, sein Unternehmen zu erreichen und genaue Angaben zum bestellten Holz zu erhalten.
Vorsicht vor der Falle bei Maßeinheiten
Beim Verkauf von Brennholz kommt es häufig zu Missverständnissen, insbesondere beim Ster. Diese frühere Einheit wird im Alltag noch oft verwendet, obwohl der Verkauf inzwischen in Kubikmetern angegeben werden muss. Das sichtbare Volumen hängt jedoch von der Länge der Scheite ab.
Ein Ster entspricht einem Kubikmeter, wenn die Scheite einen Meter lang sind. Werden sie auf 50 Zentimeter oder 33 Zentimeter zugeschnitten, lassen sie sich dichter stapeln. Dadurch verändert sich das beanspruchte Volumen. Ein ehrlicher Verkäufer muss das gelieferte Volumen, die Scheitlänge und den entsprechenden Preis unmissverständlich erläutern.
| Zu prüfender Punkt | Erforderliche Angabe |
|---|---|
| Holzart | Die verkaufte Holzart oder Holzmischung |
| Format | Die exakte Länge der Scheite |
| Qualität | Feuchtigkeitsgehalt und Trocknungszustand |
| Menge | Das angegebene Volumen in Kubikmetern |
Bekannte Vertriebswege und Rückverfolgbarkeit bevorzugen
Lokale Holzhändler, Forstbetriebe, Landwirte, Fachgeschäfte und große Handelsketten bieten häufig mehr Sicherheit. Beim Direktkauf lässt sich das Holz zudem vor der Lieferung begutachten, und Käufer können Fragen zur Trocknung stellen sowie die ausgehändigten Unterlagen überprüfen.
Bestimmte Kennzeichnungen können zusätzliche Sicherheit vermitteln, etwa die Zertifizierungen France bois bûche, PEFC oder FSC zur Herkunft. Bei Pellets geben die Standards ENplus, DINplus oder NF Bois de Chauffage Hinweise auf die gleichbleibende Produktqualität. Ein Label ersetzt zwar nicht die Prüfung des Verkäufers, doch wenn konkurrierende Anzeigen damit werben, sollte das vollständige Fehlen einer solchen Kennzeichnung hinterfragt werden.
Was nach einer betrügerischen Bestellung zu tun ist
Bleibt die Lieferung aus und antwortet der Verkäufer nicht mehr, sollten sämtliche Belege gesichert werden: Bestellbestätigung, Rechnung, Nachrichten, Kontoauszug, Screenshots der Website und die aufgerufene Werbung. Diese Unterlagen erleichtern die Schritte gegenüber der Bank, den Kontrollbehörden und den Ermittlern.
Eine Meldung kann über die offizielle Plattform SignalConso erfolgen. Bei Onlinekäufen ohne Lieferung und ohne Antwort des Unternehmens lässt sich ein digitaler Betrug außerdem über THESEE anzeigen. Je nach Situation kann auch bei der Gendarmerie, auf einer Polizeidienststelle oder bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet werden.
Auch bei besonders billigem Holz, das von einer Privatperson angeboten wird, ist Wachsamkeit angebracht. Es könnte aus Diebstahl oder illegalem Holzeinschlag stammen. Ohne Rechnung und nachvollziehbare Herkunft kann der Käufer bei einer Kontrolle Schwierigkeiten bekommen. Ein günstiger Holzscheit kann letztlich wesentlich teurer werden als eine Lieferung durch einen identifizierbaren Anbieter.
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