Städte im Hitzestress
Jahrzehntelang wurden Städte für das Auto geplant. Im 21. Jahrhundert müssen wir sie so gestalten, dass Menschen überleben können.
Portugal erlebt einen weiteren Sommer mit extremen Temperaturen. Europa erwärmt sich inzwischen schneller als jeder andere Kontinent – etwa doppelt so rasch wie im globalen Durchschnitt. In Städten verschärfen Wärmeinseln diese Entwicklung. Jedes Jahr sterben Tausende Menschen infolge von Hitzewellen, besonders gefährdete Gruppen wie ältere Menschen und Kinder.
Klimaschutzräume für die Bevölkerung
Angesichts dieser Lage sind Klimaschutzräume keine Option mehr, sondern notwendig. Gärten, Parks, Stadtwälder, Uferbereiche, Bibliotheken und weitere öffentliche Einrichtungen müssen ein Netz aus kühlen, gut erreichbaren Orten bilden, das die Bevölkerung schützt.
Bedauerlicherweise war es lange Trend, Gärten in trockene Plätze aus Beton, Stein oder Asphalt zu verwandeln. So entstanden zwar elegante Flächen, doch im Sommer bieten sie Menschen keinen Aufenthaltsort. Plätze, die auf Fotos schön wirken, aber nicht zum Leben einladen.
Auch der Wohnungsbau verschärft das Problem. Immer kleinere Wohnungen, vielfach ohne Balkone und mit geringer thermischer Leistungsfähigkeit, werden während Hitzewellen zu Fallen.
Bäume und grün-blaue Infrastruktur in Städten
Der richtige Weg ist jedoch bekannt: Emissionen durch nachhaltige Mobilität senken und die Natur in die Städte zurückbringen. Grün-blaue Infrastruktur kühlt Städte, verbessert die Luftqualität und stärkt die Klimaresilienz. Ein Baum kann die Temperatur in beschatteten Bereichen um bis zu 15 Grad senken und Kohlendioxid aufnehmen.
Denn in einem zunehmend extremeren Klima kann ein Baum wertvoller sein als eine Klimaanlage. Sie kühlt ein Haus. Ein Baum schützt und kühlt eine Stadt.
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