In vielen Wohnungen in Frankreich hinterlassen ausgerissene Schrauben große Löcher in der Wand. Ein Heimwerker zeigt eine Lösung, die nur wenige Euro kostet.
Eine beschädigte Wand rund um eine Schraube, die leer durchdreht, ein Bilderrahmen ohne Halt oder ein Möbelstück, das herunterzufallen droht: Diese Situation kennen viele Mieter und Eigentümer. In einem Beitrag auf einer Heimwerker-Ratgeberseite, über den ein allgemeines Onlinemedium berichtete, erklärt ein Heimwerker einen besonders einfachen und günstigen Trick. Damit lässt sich das Problem beheben, ohne das Loch zu verspachteln oder die gesamte Wand neu zu streichen.
Ein häufiges Problem in französischen Wohnungen
Ob in neuen Wohnungen oder alten Häusern: Schrauben, die ihren Halt verlieren, sind keine Seltenheit. Besonders oft betrifft es:
- Trennwände aus Gipskartonplatten;
- bröckelige oder alte Wände, bei denen das Material um den Dübel herum zerfällt;
- stark belastete Wände, etwa hinter einem schweren Möbelstück oder einer Gardinenstange.
Mit der Zeit lockert sich der Dübel, das Bohrloch wird größer und die Schraube dreht schließlich ins Leere. Nachziehen ist dann nicht mehr möglich, während das Herausdrehen der Schraube ein noch auffälligeres Loch hinterlässt. Üblicherweise raten Heimwerkerhandbücher dazu, die Stelle mit Gips oder Spachtelmasse zu schließen, trocknen zu lassen, erneut zu bohren und anschließend zu streichen. Diese Methode funktioniert zwar, erfordert jedoch Zeit, Material und zumindest etwas handwerkliches Geschick.
Ein Trick für rund drei Euro ermöglicht es, dieselbe Befestigungsstelle weiterzuverwenden, ohne die ganze Wand auszubessern oder zum Farbeimer greifen zu müssen.
Genau diesen Ansatz stellt die vom Medium erwähnte Fachseite in ihrem ausführlichen Tutorial vor. Es richtet sich an Privatpersonen, die sich bei handwerklichen Arbeiten nicht besonders sicher fühlen.
Der Drei-Euro-Trick: Ein Einsatz gibt der Schraube wieder Halt
Statt das Loch zu verschließen, soll ihm wieder festes Material gegeben werden, in dem die Schraube zuverlässig greifen kann. Dafür wird ein kleines Beschlagteil verwendet, das in jedem Baumarkt für wenige Euro erhältlich ist: ein Einsatz- oder Reparaturdübelsystem für aufgeweitete Bohrlöcher.
Laut dem herangezogenen Artikel wird folgendermaßen vorgegangen:
- Die durchdrehende Schraube vorsichtig entfernen, ohne das Loch weiter zu vergrößern.
- Staub sowie Reste von Gips oder Beton aus dem Loch beseitigen.
- Ein Reparaturelement einsetzen, etwa einen Spezialdübel, Einsatz oder Spreizdübel, dessen Durchmesser etwas größer als das vorhandene Loch ist.
- Die Schraube oder eine passend lange Schraube wieder eindrehen, damit die Befestigung sicher hält.
Der Heimwerker hinter dem Tipp betont die geringen Kosten des Systems: Mehrere Teile sind für etwa drei Euro erhältlich, sodass sich mit einer Packung mehrere Löcher reparieren lassen. Solche Zubehörteile ähneln häufig einem etwas breiteren Dübel und bestehen je nach Ausführung aus Metall oder verstärktem Kunststoff.
Mit einem einfachen Reparatureinsatz lässt sich ein beschädigtes Loch innerhalb weniger Minuten wieder nutzen – ganz ohne Spachtelmasse und Farbe.
Der Beitrag weist außerdem darauf hin, dass diese Lösung Schäden für Mieter begrenzen kann. Sie möchten ihre Wände vor der Wohnungsabnahme oft nicht in eine Baustelle verwandeln.
Warum dreht die Schraube durch?
Für Leser in Frankreich ist das Problem vor allem durch die Eigenschaften der im Bau häufig verwendeten Materialien erklärbar. In neueren Wohnungen bestehen Innenwände sehr oft aus Gipskartonplatten auf einer Metallständerkonstruktion. Das Material lässt sich zwar leicht bohren, verträgt aber punktuelle hohe Lasten nicht besonders gut.
Ist die Schraube zu kurz, passt der Dübel nicht zum Wandtyp oder ist die Last zu hoch, nimmt das Material rund um den Dübel Schaden. Das Loch weitet sich, der Dübel rutscht leicht und die Schraube verliert nach und nach vollständig ihren Halt. Bei Hohlziegelwänden oder bröckeligem Beton läuft es ähnlich ab: Das Material bricht rund um den Dübel aus, sodass das Gewinde nicht mehr richtig greifen kann.
Wann eignet sich der Trick – und wann sollte die Wand verspachtelt werden?
Die Drei-Euro-Lösung kann einen einzelnen Befestigungspunkt retten, beispielsweise bei:
- einem Bilderrahmen oder Spiegel, der nicht mehr hält;
- einem leichten Regal, das sich langsam neigt;
- einem Haken oder kleinen Garderobenhaken, der aus der Wand gerissen wird.
In solchen Fällen reicht häufig ein Reparatureinsatz oder ein Spezialdübel für vergrößerte Löcher aus. Das Möbelstück oder der Gegenstand erhält wieder ausreichend Halt, ohne dass aufwendige Arbeiten nötig werden. Das Medium erinnert jedoch unter Berufung auf die Hinweise des befragten Heimwerkers daran, dass diese Lösung keinen echten baulichen Verstärkungsschutz für hohe Lasten ersetzt, etwa bei:
- einem stark beladenen Hängeschrank in der Küche;
- einem großen Fernseher an der Wand;
- einem Bücherregal voller Bücher.
Ist die Wand stark beschädigt oder die Last hoch, empfiehlt der Fachmann stattdessen:
- die Befestigung auf mehrere Punkte über eine größere Fläche zu verteilen;
- einen anderen Dübeltyp zu wählen, der zum jeweiligen Material passt, etwa einen Molly-Dübel für Gipskarton;
- die Installation gegebenenfalls abzubauen, die Trennwand zu verstärken oder das Möbelstück an einer tragenden Wand anzubringen.
Was das für Mieter in Frankreich bedeutet
Für Mieter in Frankreich geht es um mehr als nur um einen fest sitzenden Bilderrahmen. Schäden an Wänden können bei der Wohnungsabnahme von der Mietkaution abgezogen werden. Günstige und unauffällige Reparaturzubehörteile für Bohrlöcher helfen dabei:
- ein ausgeweitetes Loch instand zu setzen, ohne eine große Fläche neu streichen zu müssen;
- mehrere sichtbare Spachtelschichten unter der Farbe zu vermeiden;
- den Zeitaufwand für kleinere Reparaturen am Ende des Mietverhältnisses zu reduzieren.
Diese Einsätze oder Reparaturdübel, die für rund drei Euro verkauft werden, werden in das bestehende Loch geschraubt oder eingeklipst. Hinter dem befestigten Gegenstand lassen sie sich leicht verdecken. Bei einer Wohnungsabnahme wirkt die Wand dadurch deutlich weniger beschädigt als nach mehreren ungenauen Spachtelreparaturen.
Welche vergleichbaren und ergänzenden Lösungen gibt es in Frankreich?
Französische Baumarktketten und Eisenwarengeschäfte führen verschiedene Produkte, um dieses Problem zu beheben. Ohne bestimmte Marken zu nennen, gehören dazu insbesondere:
- Metall-Spreizdübel für Gipskartonplatten, die mit einer speziellen Zange festgezogen werden;
- übergroße Reparaturdübel, die für bereits aufgeweitete Bohrlöcher vorgesehen sind;
- chemische Dübel, bei denen ein Harz Schraube und Wand miteinander verbindet und die sich gut für bröckelige Materialien eignen.
Diese Lösungen ergänzen den im Ausgangsartikel beschriebenen Drei-Euro-Trick. Das Prinzip bleibt identisch: Rund um die Schraube wird wieder festes Material geschaffen, ohne die gesamte Wand erneuern zu müssen. Die französische Nationale Agentur für Wohnungsinformation, ANIL, die Mieter und Eigentümer informiert, erinnert zudem daran, dass „kleinere Instandhaltungsarbeiten“ grundsätzlich dem Bewohner obliegen. Das spricht dafür, bei lockeren Schrauben zunächst nach einfachen und kostengünstigen Lösungen zu suchen.
Vorsichtsmaßnahmen vor der Reparatur
Bevor ein Heimwerker in Frankreich diesen Trick anwendet, sollten einige Punkte geprüft werden:
- den Wandtyp bestimmen – Gipskarton, Ziegel, Beton oder Stein –, etwa anhand des Bohrstaubs oder des Klangs beim Abklopfen;
- das tatsächliche Gewicht des zu befestigenden Gegenstands einschätzen;
- Schraube und Dübel passend zu diesem Gewicht auswählen;
- mehrere Bohrungen an derselben Stelle vermeiden, da sie die Trennwand zusätzlich schwächen.
Ein Einsatz für drei Euro ersetzt den gesunden Menschenverstand nicht: Ist ein Möbelstück besonders schwer oder weist die Wand bereits Risse auf, kann es sinnvoller sein, einen Fachmann zu beauftragen.
Eine einfache Methode, die sich mit weiteren guten Gewohnheiten verbinden lässt
Dieser schnelle Reparaturtrick kann Teil einer umfassenderen Strategie zur Wandpflege sein. Um zu verhindern, dass Schrauben leer durchdrehen, sind mehrere Maßnahmen sinnvoll:
- das Gewicht auf mehrere Befestigungspunkte statt auf nur eine Schraube verteilen;
- die vom Möbelhersteller empfohlenen Befestigungen verwenden, die oft für Gipskartonwände ausgelegt sind;
- bereits bei der Einrichtung Schienen oder Wandleisten einplanen, über die sich Elemente versetzen lassen, ohne erneut bohren zu müssen.
Ein konkretes Beispiel liefert die Küche: Zuerst wird eine Metallschiene mit mehreren stabilen Dübeln befestigt, anschließend werden die Hängeschränke an dieser Schiene eingehängt. Wird ein Bohrloch beschädigt, kann der Drei-Euro-Trick ausreichen, um es zu reparieren, ohne die gesamte Reihe von Schränken abbauen zu müssen. Gleichzeitig stützt sich die Befestigung auf ein bereits verstärktes System aus mehreren Verankerungspunkten.
Für kleine Veränderungen im Alltag ist die Verbindung aus günstigem Reparaturzubehör und guten Befestigungsgewohnheiten eine interessante Alternative zu größeren Arbeiten. Das gilt besonders für Menschen, die weder Zeit noch Lust haben, bei jeder widerspenstigen Schraube erneut Spachtelmasse, Farbrolle und Abdeckplane hervorzuholen.
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